Gebärmutterhalskrebs in Europa

In ganz Europa erkranken jährlich etwa 60 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und 30 000 sterben daran (1). Damit ist Gebärmutterhalskrebs die siebthäufigste Krebsart bei europäischen Frauen (2). Gebärmutterhalskrebs bricht jedoch schon in einem jüngeren Alter aus als die meisten anderen Krebsarten und ist somit die zweithäufigste Krebsart bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren.

Die Gebärmutterhalskrebsraten in Europa sind von Land zu Land unterschiedlich, die meisten Erkrankungen finden sich in Osteuropa. Fig. 1 macht das Ost-West Gefälle bei Gebärmutterhalskrebs deutlich, die Häufigkeit und Todesrate in den EU 10+2 Mitgliedsstaaten und den nichteuropäischen Ländern sind viel höher als in den EU 15 Ländern. Zudem haben Frauen in Rumänien ein elfmal höheres Risiko, bis zum Alter von 74 Jahren an Gebärmutterhalskrebs zu sterben als Frauen in Finnland, während das Risiko für Frauen in Litauen fast achtmal höher und das für Frauen in Bulgarien siebenmal höher ist (3,4).

Verantwortlich für diese Unterschiede bei den Gebärmutterhalskrebsraten in Europa sind i) die vermehrte Infektion mit einem oder mehreren der 15 hochriskanten Typen des Human Papilloma Virus  (HPV) und ii) die Verfügbarkeit bzw. Nichtverfügbarkeit von effektiven Programmen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

1. Ferlay J, Bray F, Pisani P, Parkin DM. GLOBOCAN 2002: Cancer Incidence. Mortality and Prevalence Worldwide. IARC CancerBase No. 5, version 2.0., Lyon: IARC Press 2004.
2. WHO/ICO Information Centre on HPV and Cervical Cancer (HPV Information Centre). Summary report on HPV and cervical cancer statistics in Spain. 2007. [Accessed 15/01/09]. Available at www. who. int/ hpvcentre
3. Arbyn M, Autier P, Ferlay J (2007) Ann Oncol 18:1423-1425
4. Arbyn M, Raifu AO, Autier P, Ferlay J (2007) Ann Oncol 18: 1708-1715